Der Frau­en­a­bend: Wo echte Ver­bin­dung ent­steht und sicht­bar wird

Wenn ich an den Frau­en­a­bend denke, kom­men mir sofort Bil­der in den Kopf: von Begeg­nun­gen, Gesprä­chen und die­sem beson­de­ren Gefühl von Ver­bun­den­heit. Ich gehe selbst unglaub­lich gerne dort­hin, lasse kaum einen Abend aus und fahre dafür auch nach Mün­chen, Kemp­ten oder Augs­burg. Für mich ist jeder Abend aufs Neue Inspi­ra­tion und ich gehe jedes Mal hoch­mo­ti­viert nach Hause.

Liebe Alex­an­dra, du bist die Grün­de­rin des Frau­en­a­bends und gibst in die­sem Inter­view einen ehr­li­chen Ein­blick in deine Vision, deine Ent­wick­lung und das, was den Frau­en­a­bend heute so beson­ders macht.

Was war deine ursprüng­li­che Vision, als du den Frau­en­a­bend ins Leben geru­fen hast und was macht ihn heute so beson­ders?

Die ursprüng­li­che Idee war, ein Busi­ness­netz­werk für Frauen zu grün­den – einen Ort, an dem Frauen sich gegen­sei­tig unter­stüt­zen, Emp­feh­lun­gen aus­spre­chen und gemein­sam wach­sen kön­nen. Erfolg im Busi­ness, auch im finan­zi­el­len Sinne, war damals der wich­tigste gemein­same Nen­ner.

Den Frau­en­a­bend haben wir anfangs zu dritt gegrün­det. Sehr schnell haben wir gemerkt, dass viele Frauen, und auch wir selbst, nicht nur Busi­ness-The­men mit­brin­gen, son­dern auch The­men rund um Sicht­bar­keit, Selbst­wert und per­sön­li­che Ent­wick­lung. Für mich per­sön­lich wurde der Frau­en­a­bend dadurch zu einer rich­ti­gen Ent­wick­lungs­reise.

Uns wurde rela­tiv schnell klar: Wenn wir uns nur auf der rei­nen Sach­ebene begeg­nen, also Visi­ten­kar­ten aus­tau­schen und fra­gen „Wel­che Kun­den suchst du?“ oder „Wie kann ich dich geschäft­lich unter­stüt­zen?“, ent­steht zwar ein Netz­werk, aber noch keine echte Ver­bin­dung.
Erst wenn Men­schen sich auch per­sön­lich zei­gen dür­fen, ent­steht Ver­trauen. Aus Ver­trauen ent­ste­hen die Emp­feh­lun­gen, die wirk­lich tra­gen.

Ich selbst habe Netz­wer­ken zuvor in einem sehr männ­lich gepräg­ten Netz­werk ken­nen­ge­lernt. Dort habe ich viel gelernt, vor allem über Struk­tur und Ver­bind­lich­keit. Gleich­zei­tig wurde dort sehr stark gemes­sen: Wie viele Emp­feh­lun­gen hast du gege­ben? Wie viel Umsatz ist dar­aus ent­stan­den? Das hat viele Men­schen zu Höchst­leis­tun­gen ange­spornt, aber manch­mal ging dabei die Qua­li­tät der Emp­feh­lung ver­lo­ren. Mir war immer wich­tig, jeman­den nur dann wei­ter­zu­emp­feh­len, wenn ich wirk­lich über­zeugt bin.

Diese Erfah­rung woll­ten wir nicht ein­fach kopie­ren. Beim Frau­en­a­bend war uns wich­tig, einen ande­ren Rah­men zu schaf­fen: ein freie­res, flie­ßen­de­res Netz­werk ohne Druck und Ver­pflich­tung. Emp­feh­lun­gen ent­ste­hen hier aus ech­ter Ver­bin­dung – ent­we­der aus per­sön­li­cher Erfah­rung oder aus einem tie­fen Gefühl, dass zwei Men­schen gut zusam­men­pas­sen.

Auch mein Ver­ständ­nis von Erfolg hat sich in die­ser Zeit ver­än­dert. Frü­her habe ich Erfolg stark über Leis­tung und Umsatz defi­niert. „Je mehr ich tue, desto erfolg­rei­cher bin ich und desto mehr ver­diene ich.“ Die­ser Glau­bens­satz hat mich lange ange­trie­ben und auch zu Höchst­leis­tun­gen moti­viert. Heute bedeu­tet Erfolg für mich etwas ande­res: im Hier und Jetzt zu leben, erfüllte Bezie­hun­gen zu füh­ren, Zeit zu haben und einer Tätig­keit nach­zu­ge­hen, die für mich Sinn stif­tet. Dabei darf und muss natür­lich auch Geld flie­ßen. Ich finde es wun­der­schön, mir und mei­ner Fami­lie den einen oder ande­ren Her­zens­wunsch erfül­len zu kön­nen. Aber Geld ist für mich heute eher eine Folge von Wirk­sam­keit und erfüll­ter Arbeit – nicht mehr der allei­nige Maß­stab für Erfolg. Der Frau­en­a­bend ist des­halb für mich viel mehr als ein Netz­werk. Er ist ein Raum für echte Begeg­nung, für Wachs­tum und für gegen­sei­tige Unter­stüt­zung.

Auch wenn der Frau­en­a­bend wirt­schaft­lich kein soli­des Busi­ness­mo­dell ist – vie­les von dem, was wir ein­neh­men, fließt direkt wie­der zurück in die Orga­ni­sa­tion, in die Web­seite oder in Dinge, die die Com­mu­nity stär­ken – ist er für mich eine unglaub­lich sinn­stif­tende Arbeit.

Wie wür­dest du die Atmo­sphäre des Frau­en­a­bends in Worte fas­sen?

Die Atmo­sphäre beim Frau­en­a­bend ist offen, herz­lich und sehr wert­schät­zend. Viele Frauen beschrei­ben sie als einen siche­ren Raum, in dem sie ein­fach sie selbst sein kön­nen. Es liegt eine sehr beson­dere, fast hoch­fre­quente Ener­gie im Raum. Man spürt schnell, dass hier echte Begeg­nung statt­fin­det – ohne Kon­kur­renz­den­ken, son­dern mit viel Wohl­wol­len für­ein­an­der.

Diese Atmo­sphäre erlaubt es den Frauen, ihre Kom­fort­zone zu ver­las­sen und sich zu zei­gen – manch­mal mit einer neuen Idee, manch­mal mit einer Unsi­cher­heit oder einem Wunsch. Und genau dar­aus ent­steht oft Wachs­tum. Frauen erle­ben, dass sie gese­hen wer­den, dass ihre Gedan­ken wert­voll sind und dass sie mit ihren The­men nicht allein sind. Ich glaube, genau diese Mischung aus Herz­lich­keit, Offen­heit und gegen­sei­ti­ger Unter­stüt­zung macht den Frau­en­a­bend so beson­ders.

Was fällt dir auf, wenn du meine Bil­der vom Frau­en­a­bend ansiehst – wel­che Momente zei­gen für dich die Essenz des Abends am stärks­ten?

Wenn ich die Bil­der vom Frau­en­a­bend anschaue, sehe ich vor allem Emo­tio­nen. Freude, manch­mal auch ein biss­chen Unsi­cher­heit und ganz viel Ver­bin­dung oder Bezie­hung zwi­schen den Frauen. Beson­ders berüh­ren mich die Momente, in denen zwei Men­schen mit­ein­an­der im Gespräch sind, Begeg­nung statt­fin­det: zwei Frauen, die sich zuhö­ren, lachen oder sich viel­leicht gerade erst ken­nen­ler­nen und trotz­dem schon Ver­bin­dung zu sehen ist.

Auf vie­len Bil­dern erkennt man diese klei­nen, stil­len Augen­bli­cke zwi­schen den gro­ßen Momen­ten – ein Blick, ein Lächeln, eine Umar­mung. Genau dort zeigt sich für mich die Essenz des Frau­en­a­bends so gut in dei­nen Fotos. Auch mag ich die Bil­der, wo du die Ener­gie der Gruppe ein­fängst, wo viele Frauen dar­auf zu sehen sind sehr.

Wel­che Wir­kung haben die Fotos auf dich im Ver­gleich zu dem, was live im Raum pas­siert ist? Woran erkenne ich, dass die Atmo­sphäre wirk­lich ein­ge­fan­gen wurde?

Deine Fotos las­sen mich die Atmo­sphäre und die Vibes des Abends sofort wie­der spü­ren. Wenn ich sie anschaue, bin ich emo­tio­nal direkt wie­der in die­sem Raum zurück­ge­be­amt. Sie erin­nern mich an die Stim­mung, die an die­sem Abend da war – an die Begeg­nun­gen, die Gesprä­che, das Lachen und die Ver­bin­dung zwi­schen den Frauen.

Die Fotos von dir haben für mich die beson­dere Kraft, einen Moment fest­zu­hal­ten und ihn spä­ter wie­der leben­dig wer­den zu las­sen. Deine Fotos haben so was Ech­tes.

An dem Gefühl, was beim Betrach­ten der Fotos ent­steht, was mich dort­hin zurück­ver­bin­det, merke ich dass du die Atmo­sphäre so ein­ge­fan­gen hast wie der Abend war. Ich bin ein tota­ler Gefühls- und Fühl­ent­schei­der. Meine Gefühle sind an die­ser Stelle auch mein inne­rer Kompass….mein Pro­of­sys­tem… ich fühle die Echt­heit, die Authen­ti­zi­tät, die Wahrhaftigkeit…in den Momen­ten. Das fühle ich auch beim Betrach­ten dei­ner Fotos.

Wie erlebst du meine Anwe­sen­heit als Foto­gra­fin auf dem Frau­en­a­bend?

Ich erlebe dich als sehr ruhig, sanft und gleich­zei­tig sehr prä­sent. Du bist im Raum da, aber auf eine so unauf­dring­li­che Weise, dass man dich fast gar nicht wahr­nimmt. Genau diese Zurück­hal­tung macht es mög­lich, dass echte Momente ent­ste­hen kön­nen. Die Frauen füh­len sich nicht beob­ach­tet oder gestellt, son­dern blei­ben ganz natür­lich in ihren Gesprä­chen und Begeg­nun­gen. Selbst Frauen, die sich nor­ma­ler­weise nicht so gerne vor der Kamera zei­gen, füh­len sich dadurch sicher.

Deine Art schafft Ver­trauen – und dadurch ent­ste­hen Bil­der, die sehr authen­tisch sind. Ich glaube, genau des­halb gelingt es dir, diese ech­ten, emo­tio­na­len Momente ein­zu­fan­gen, die den Frau­en­a­bend so beson­ders machen.

Wel­ches Gefühl möch­test du, dass Frauen vom Frau­en­a­bend mit nach Hause neh­men und spie­geln die Bil­der die­ses Gefühl für dich wider?

Das wich­tigste Gefühl, das Frauen vom Frau­en­a­bend mit nach Hause neh­men sol­len, ist Ver­bun­den­heit. Das Gefühl: Ich bin mit mei­nem Busi­ness nicht allein. Der Frau­en­a­bend ist ein Netz­werk von Frauen, die sich gegen­sei­tig unter­stüt­zen und stär­ken. Wir leben dort ganz bewusst ein Mit­ein­an­der statt ein Gegen­ein­an­der. Das bedeu­tet auch, dass bei uns Frauen aus dem glei­chen Beruf will­kom­men sind. Ein schö­nes Bei­spiel sind wir beide als Foto­gra­fin­nen. Wir kön­nen uns gegen­sei­tig unter­stüt­zen, obwohl wir im glei­chen Feld arbei­ten – weil jede von uns ihre eige­nen Kun­din­nen anzieht und ihren eige­nen Stil hat. Für mich geht es nicht um Kon­kur­renz, son­dern um Koope­ra­tion. Ich glaube, genau darin liegt die Zukunft: ein Unter­neh­mer­tum der neuen Zeit, in dem wir uns gegen­sei­tig stär­ken statt neben­ein­an­der zu arbei­ten. Wenn ich die Bil­der vom Frau­en­a­bend anschaue, sehe ich genau die­ses Gefühl. Man erkennt die Ver­bin­dung zwi­schen den Frauen, die Offen­heit, die Gesprä­che und wohl­wol­lende zuge­wandte Stim­mung. Deine Fotos trans­por­tie­ren diese Atmo­sphäre für mich sehr deut­lich.

An wen wür­dest du mich wei­ter­emp­feh­len – für wel­che Art von Events oder Anläs­sen passt mein foto­gra­fi­scher Stil beson­ders gut?

Ich würde dich vor allem für Events wei­ter­emp­feh­len, bei denen echte Begeg­nun­gen und eine beson­dere Atmo­sphäre im Mit­tel­punkt ste­hen. Auch kann ich mir gut vor­stel­len dass du mit intro­ver­tier­ten Men­schen, die sehr zurück­hal­tend sind gut arbei­ten kannst. Deine Art zu foto­gra­fie­ren ist sehr ruhig und unauf­dring­lich. Du bist prä­sent, ohne dich in den Vor­der­grund zu stel­len. Dadurch ent­ste­hen Bil­der, die  authen­tisch sind und echte Momente ein­fan­gen.

Des­halb passt dein Stil beson­ders gut zu Ver­an­stal­tun­gen wie Netz­werktref­fen, Retre­ats, Work­shops, Semi­na­ren oder auch Com­mu­nity-Events – über­all dort, wo Men­schen zusam­men­kom­men, um sich zu begeg­nen, zu wach­sen und sich aus­zu­tau­schen. Auch Semi­nare mit sen­si­blen oder sehr emo­tio­na­len The­men kann ich mir sehr gut vor­stel­len da dies geschützte Räume sind, die eine beson­ders sanfte oder leise Art zu foto­gra­fie­ren brau­chen.

Gerade bei Ver­an­stal­tun­gen, bei denen sich Men­schen viel­leicht zum ers­ten Mal tref­fen oder sich nicht unbe­dingt gerne foto­gra­fie­ren las­sen, schaffst du eine Atmo­sphäre, in der sich alle ent­span­nen kön­nen. Dadurch ent­ste­hen Bil­der, die nicht gestellt wir­ken, son­dern die Stim­mung des Abends trans­por­tie­ren.

Für mich bist du eine Foto­gra­fin, die nicht nur doku­men­tiert, was pas­siert, son­dern die Ener­gie eines Events sicht­bar macht.

Wenn du meine Arbeit mit einem Gefühl oder einem Wort beschrei­ben könn­test – wel­ches wäre das und warum?

Wenn ich deine Arbeit mit einem Wort beschrei­ben müsste, wäre es für mich „Echt­heit“. Deine Fotos wir­ken nie gestellt oder insze­niert. Sie zei­gen Men­schen so, wie sie in die­sem Moment wirk­lich sind.
Für mich trans­por­tie­ren deine Fotos nicht nur, was pas­siert ist, son­dern auch wie es sich ange­fühlt hat, dort zu sein.

Zum Schluss möchte ich dir, liebe Alex­an­dra, von Her­zen für deine offe­nen und ehr­li­chen Ant­wor­ten dan­ken und auch für dein Ver­trauen, die­sen beson­de­ren Raum immer wie­der mit mei­ner Kamera beglei­ten zu dür­fen.

Wenn du mehr über Alex­an­dra und ihre Arbeit erfah­ren möch­test oder spürst, dass der Frau­en­a­bend genau das Rich­tige für dich sein könnte, fin­dest du alle Kon­takt­da­ten sowie die nächs­ten Ter­mine hier:

Alex­an­dra Loock – Men­to­rin für Sicht­bar­keit
https://www.alexandraloock.de
https://www.frauen-abend.de/
Wahr­haf­tig. Ver­bun­den. Sicht­bar.
Seit 25 Jah­ren Foto­gra­fin, Grün­de­rin des @Frauenabend Netz­werks und Coach zer­ti­fi­ziert von Veit Lin­dau
“Mit viel Gespür für Per­sön­lich­keit, Ener­gie und Wir­kung erschaffe ich Räume, in denen Frauen sich zei­gen dür­fen.”

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